Untersuchung auf Coronaviren im Abwasser – Wir beantworten Fragen zu einem Frühwarnsystem, das Corona-Ausbrüche frühzeitig erkennen kann

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt seit mehr als einem Jahr. Viel ist seit dem Beginn der Pandemie über das Virus bekannt geworden. Offenkundig ist, dass sich das Infektionsgeschehen in Wellen wiederholt. Daher wird nach Ansätzen gesucht, die nächste Welle frühzeitig zu erkennen und somit möglichst flach zu halten.

Neben den jetzt anlaufenden Impfprogrammen ist die Identifizierung von COVID-19-Infizierten über Schnell- und PCR-Tests das Mittel der Wahl. Doch auch ein weiterer vielversprechender Ansatz ist in der Praxis angekommen: Das Corona-Monitoring im Abwasser.

Erfolgreiche Studien aus Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg bestätigen, was sich schon zu Beginn der Pandemie abgezeichnet hat: Bestandteile des Virus lassen sich im Abwasser nachweisen. Mehr noch: Die Menge der gefundenen Virusbestandteile korreliert mit der Zahl der Infizierten im Einzugsgebiet der Kläranlage.

In den Niederlanden werden die aktuellen Zahlen zu gefundenen Viruspartikeln im Abwasser bereits auf einer eigenen Webseite veröffentlicht.

Die Europäische Kommission hat nun die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, das Abwasser regelmäßig auf Coronaviren zu untersuchen. Es werden zwei Proben pro Woche empfohlen.

Schlussendlich ist die Untersuchung einer 24-Stunden-Probe aus dem Zulauf einer Kläranlage nichts anderes als ein anonymisierter Massentest der Bevölkerung. Nur deutlich preiswerter und schneller. Abwassertests liefern ein empfindliches Signal, ob in der Bevölkerung SARS-CoV-2-Infektionen vorhanden sind und ob die Zahl der Infizierten zu- oder abnimmt.

Wir beantworten hier Fragen, die sich rund um „Corona-Tests im Abwasser“ stellen.

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Wieso ist Abwasser ein Frühwarnsystem?

Bereits kurz nach der Infektion ist das Virus in menschlichen Ausscheidungen nachweisbar. Diese Virusfragmente werden auch dann gefunden, wenn die Infektion mit SARS-CoV-2 ohne oder nur mit milden Symptomen verläuft. „Stille“ Corona-Ausbrüche werden bei Abwasseruntersuchungen also trotzdem entdeckt.

Wissenschaftliche Berichte schätzen für die Abwasserüberwachung einen siebentägigen Vorsprung gegenüber diagnostischen Tests.

Eine frühzeitige Erkennung eines sich entwickelnden Infektionsgeschehens in einem Einzugsgebiet einer Kläranlage ermöglichen es:

  • rechtzeitig eindämmende Maßnahmen zu ergreifen,
  • eine sich anbahnende Welle zu brechen und
  • die Ausbreitung auf angrenzende Regionen zu verhindern.

Wieviel schneller ist das Corona-Monitoring im Abwasser?

Wissenschaftliche Berichte schätzen für die Abwasserüberwachung einen siebentägigen Vorsprung gegenüber diagnostischen Tests. Dafür gibt es folgenden Grund: Erst wenn infizierte Personen Symptome entwickeln, lassen sie sich ärztlich behandeln und erhalten eine Diagnose. Der Zeitvorteil ist sogar noch deutlicher, wenn sich medizin-diagnostische Tests aus Kapazitätsgründen verzögern.

Stellt Abwasser eine Ansteckungsgefahr dar?

Nach bisherigem Kenntnisstand stellt Abwasser keine Infektionsgefahr dar. Das SARS-CoV-2 Virus ist aufgrund seiner Beschaffenheit empfindlich gegenüber Seifen und Tensiden, wie sie auch reichlich im Abwasser zu finden sind. Meistens sind nur noch Bestandteile des Coronavirus, wie die Erbinformation, vorhanden.

Wie erfolgt die Untersuchung des Abwassers?

Die Erbinformation, die RNA, des SARS-CoV-2 Virus in der Abwasserprobe wird angereichert und nachgewiesen. Technologisch kommt hier die gleiche PCR-Methode wie in der medizinischen Diagnostik zum Einsatz.

Der Ablauf der Abwasseruntersuchung auf Coronaviren erfolgt in 5 einfachen Schritten. Eine Beschreibung finden Sie auf der Internetseite der SGS Analytics.

Gilt das Analyseangebot nur für Kläranlagen?

Abwasseruntersuchungen auf SARS-CoV-2 sind auch für den gezielten Einsatz in Einrichtungen und Institutionen möglich. Das Abwasser von Wohneinrichtungen wie Altenheimen, Pflegeheimen, Studentenwohnheimen und anderen Gebäuden kann auf Coronaviren untersucht werden. In geschlossenen Transportmitteln wie Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen kann ebenfalls eine systematische Abwasseruntersuchung auf Coronaviren erfolgen.

Ist die Untersuchung von Abwasser auf Krankheitserreger ein Novum?

Die Teststrategie Abwasser auf Krankheitserreger zu untersuchen ist nicht neu. Erfahrungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit Polioviren haben gezeigt, dass die Überwachung des Abwassers eine effektive Beobachtung einer Krankheit ermöglicht.

Zukünftig könnte der Überwachung des Abwassers eine weitere Bedeutung zu kommen:

Sollte es in einem Niedriginzidenzgebiet plötzlich zu erhöhten Werten im Abwasser kommen, könnte eine gezielte Impfkampagne gestartet werden, bevor die Übertragung in der Gemeinde ein exponentielles Wachstum erreicht.

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