FAQ

Warum sollten sich Unternehmen mit Menschenrechten auseinandersetzen?

Abgesehen von der Vorbereitung auf zukünftige Gesetzgebungen und ethischen Aspekten, gibt es eine Reihe von Gründen, warum Sie sich mit Menschenrechten in Ihren Lieferketten auseinandersetzen sollten:

  • „Walk the talk“: Viele Unternehmen haben soziale und ökologische Aspekte in Ihren Leitbildern verankert. Es ist nur glaubwürdig, wenn Unternehmen dann auch ihre Werte leben und Mindeststandards konsequent einhalten.
  • Zugang zu neuen Märkten: Kunden und Konsument*innen erwarten verstärkt, dass Unternehmen fair wirtschaften. Für viele Kunden ist es oft Voraussetzung, um überhaupt ins Geschäft zu kommen. Genauso sieht es bei Konsument*innen aus, die sich immer mehr für eine umweltfreundliche und sozial-gerechte Produktion interessieren.
  • Klare Haltung: Wenn Sie sich dem Thema Menschenrechte annehmen, bekennen Sie Farbe und zeigen das Ihnen das Thema wichtig ist. Sie können dadurch talentierte neue Mitarbeiter*innen gewinnen, die Unternehmenskultur stärken und sich vom Wettbewerb abheben.

 

Warum will die Bundesregierung ein Lieferkettengesetz einführen?

Viele Unternehmen profitieren von globalen Handelsketten. Durch das Gesetz sollen alle Unternehmen ab 500 Mitarbeitern für Verstöße in ihren Lieferketten verantwortlich gemacht werden. Von Umweltschäden über Unfallrisiken bis hin zu Verstößen gegen Menschenrechte. Während es in Deutschland zum Beispiel ein Verbot für Kinderarbeit und einen Mindestlohn gibt, fehlen diese Regulierungen in vielen anderen Ländern, oder sie werden einfach umgangen. Um Produkte möglichst günstig und einfach zu produzieren, nutzen viele Zulieferer und Unternehmen nationale Gesetzeslücken und nicht ausreichende Kontrollen zu ihrem Vorteil aus.

 

Was ist der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte?

Der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) wurde 2016 ins Leben gerufen und setzt die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen in Deutschland um. Der NAP sowie das zurzeit viel diskutierte „Lieferkettengesetz“ erwarten von Unternehmen, dass sie einen menschenrechtlichen Sorgfaltsprozess einführen. Das bedeutet, dass Unternehmen Ihre Wertschöpfungsketten beleuchten müssen, um sicherzustellen, dass keine Menschenrechte verletzt werden. Falls Probleme ans Licht kommen, müssen geeignete Maßnahmen umgesetzt werden. Der NAP gilt für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter*innen.

Die Einhaltung der Anforderungen des NAP wurde seit 2016 überprüft und das Resultat am 14. Juli 2020 auf der Pressekonferenz von Hubertus Heil (Bundesarbeitsminister) und Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister) vorgestellt. Nur ca. 20% der befragten Unternehmen setzen bisher die Anforderungen des NAP um, weswegen nun ein gesetzlicher Rahmen fällig ist.

 

Was sind die Anforderungen des NAP?

Die Anforderungen des NAP der Bundesregierung sind in 5 Kernelementen festgeschrieben. Diese Elemente werden sicher auch einen großen Teil des Lieferkettengesetzes abdecken. Sie lauten wie folgt:

  • Formulierung einer Grundsatzerklärung
  • Ermittlung von Risiken und Auswirkungen
  • Einführung von Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle
  • Festhalten von Informationen zum Sorgfaltsprozess
  • Aufbau von Beschwerdewegen & Abhilfe

Grundsätzlich wird von Unternehmen erwartet, dass sie Ihre Geschäftstätigkeiten einschließlich kompletter Lieferketten beleuchten, um überhaupt schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen aufdecken zu können und diese dann im nächsten Schritt abzustellen.

 

Ansprechpartner

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