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News-Archiv: GVP-Zertifizierung wird auf neue Beine gestellt

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GVP-Zertifizierung wird auf neue Beine gestellt

Emstek, 15. August 2006


Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) e.V. und die SGS Institut Fresenius GmbH haben ab dem 01. September 2006 beschlossen, bei der GVP-Zertifizierung zusammen zu arbeiten. Die Kooperation mit dem akkreditierten Prüfinstitut SGS Institut Fresenius gewährleistet damit nicht nur größtmögliche Neutralität und damit Akzeptanz der Zertifizierung bei Dritten (z.B. QS GmbH), sondern sie vergünstigt die GVP-Zertifizierung auch in erheblichem Umfang. Damit wird den Bedürfnissen sowohl der Großtier- wie der Kleintierpraxen Rechnung getragen.

bpt bestimmt das Geschehen

Auch nach Übertragung der GVP-Zertifizierung auf SGS Institut Fresenius für zunächst drei Jahre bleibt der bpt Systemgeber. Er zeichnet also nicht nur für die weitere Entwicklung des GVP-Kodex verantwortlich, sondern ist als Systemgeber auch maßgeblich an der inhaltlichen Entwicklung der Kriterien für die Checkliste beteiligt. Ebenso wurden die Ansprüche an die fachliche Qualifikation der Auditoren mit dem bpt abgestimmt. Preisanpassungen können nur im Einvernehmen mit dem bpt erfolgen.

Kosten

Die Kosten für die GVP-Zertifizierung betragen künftig pauschal 500 € für eine Praxis bzw. Klinik mit bis zu zwei Tierarten und/oder einem zeitlichen Aufwand von maximal 4 Stunden (Halbtagessatz). Für weitere Tierarten, Fachgebiete oder für Kliniken werden Zuschläge je nach Aufwand erhoben. Ein Tagessatz von max. 990,- € darf nicht überschritten werden. Die Preise enthalten die Kosten für sämtliche benötigten Materialien, Fahrten, Spesen und die Berichts- und Befunderstellung einschließlich Zertifikat. Für bpt-Mitglieder erfolgt die Zusendung einer CD mit der elektronischen Version des GVP -Logos zur werblichen Nutzung kostenlos. Nichtmitglieder können das Logo nach erfolgreicher Zertifizierung gegen Gebühr bei der bpt - Geschäftsstelle beziehen.

Ablauf

Am organisatorischen Ablauf der Zertifizierung ändert sich nur wenig. Die Anmeldung zur Zertifizierung erfolgt beim bpt (Kontakt: Frau Veronika Ruschek, bpt.ruschek@tieraerzteverband.de, Tel. 069/66 98 18-16). Der bpt leitet die Anfragen dann an die SGS weiter, welche ihrerseits vertraglich eine erste Kontaktaufnahme mit der zu auditierenden Praxis spätestens innerhalb von drei Wochen zugesichert hat. Sodann wird ein mit dem bpt abgestimmter Einzelvertrag zwischen Praxis und SGS Institut Fresenius für die Zertifizierung geschlossen, der sich vollumfänglich an der bpt/SGS Institut Fresenius-Rahmenvereinbarung orientiert.

Neutrale Zertifizierung

Die Kooperation mit SGS Institut Fresenius als weltweit anerkanntem, unabhängigen und auf höchstem Niveau akkreditierten Prüfinstitut trägt dem hohen Stellenwert der GVP-Zertifizierung Rechnung. Grundsätzlich wird mit dieser Zertifizierung künftig problemlos u. a. eine Einbindung in das QS-System möglich sein. Damit dokumentieren die Tierärzte ihre Bereitschaft, sich in eine Qualitätssicherung „from stable to table“ einbinden zu lassen. Festgelegte Stichprobenkontrollen nach dem Zufallsprinzip, die bei den auditierten Praxen (1%-Stichprobe) jährlich von SGS Institut Fresenius durchgeführt werden, sind fester Bestandteil der Prüfsystematik und dienen der Validierung des Systems.

Auch für die Außendarstellung von Kleintierpraxen / Kleintierkliniken ergeben sich aus der Zertifizierung positive Effekte, da die Glaubwürdigkeit des Marktauftrittes neutral zertifizierter Praxen von vielen Tierbesitzern höher eingeschätzt wird.

Freiwilligkeit

Selbstverständlich erfolgt die GVP-Zertifizierung auch zukünftig auf rein freiwilliger Basis. Beispiele aus anderen freien Berufen zeigen aber, dass sich die Einführung eines Qualitätssicherungssystemes auszahlt: Je mehr Praxen/Kliniken mitmachen und sich einer neutralen Zertifizierung unterziehen, umso mehr kann der Gesetzgeber sich bei Entscheidungen auf die positiven Nebenwirkungen eines solchen Systems, z.B. Reduzierung von Bürokratie, stützen.

GVP ist nicht zuletzt aber auch ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Organisation, der Qualität und der Wirtschaftlichkeit der tierärztlichen Praxis/Klinik. Die Einführung von GVP erhöht die Transparenz und damit die Nachvollziehbarkeit der eigenen Arbeit, was im Verhältnis zum Tierbesitzer immer wichtiger wird.

Darüber hinaus sollte nicht unterschätzt werden, dass durch die geregelte Dokumentation ein erhebliches Maß an Rechtssicherheit herbeigeführt wird.

Auftrag der Deutschen Tierärzteschaft

Der 23. Deutsche Tierärztetag 2003 in Magdeburg hatte beschlossen, die GVP (Gute veterinärmedizinische Praxis) als tierartspezifisches Qualitätssicherungssystem im tierärztlichen Berufsstand einzuführen. Der Tierärztetag hatte seinerzeit dem bpt den Auftrag gegeben, den GVP-Kodex stellvertretend für die Deutsche Tierärzteschaft zu entwickeln und das Zertifizierungsverfahren zu gewährleisten.

Durch die jetzt vollzogene Zusammenarbeit mit SGS Institut Fresenius wird die GVP-Zertifizierung auf eine professionellere Grundlage gestellt. Die Kooperation mit diesem renommierten Prüfinstitut schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass GVP die wünschenswerte Akzeptanz innerhalb der Tierärzteschaft und die gebührende Aufmerksamkeit bei Tierbesitzern, Marktpartnern und Politik findet.

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