Klebeprüfungen im Automobilbau

Strengere Regularien zur Energieeffizienz führen zur konsequenten Leichtbauweise im automobilen Karosseriebau, wobei verschiedene Werkstoffe, wie z.B. Aluminium, Verbundwerkstoff oder Kunststoff mit Stählen kombiniert werden. Neben einer Gewichtsersparnis können durch diesen Materialmix die Eigenschaften der eingesetzten Werkstoffe bestmöglich kombiniert und optimal ausgenutzt werden, was zusätzliche Vorteile insbesondere im Bereich der Sicherheit bietet. Zur Verbindung der unterschiedlichen Werkstoffe werden zunehmend Klebungen eingesetzt. Gegenüber traditionellen Methoden der Verbindungstechnologie, wie z.B. der Schweißverbindung, besitzt die Klebverbindung ein höhere Elastizität, ein deutlicher Vorteil, vor dem Hintergrund des unterschiedlichen Ausdehnungsverhaltens der Werkstoffe im Materialmix. Nichts desto trotz unterliegen die Klebverbindungen hohen Belastungen im Einsatz und müssen über die Lebensdauer des Fahrzeugs Dehnungen, Vibrationsbelastungen oder Einflüssen durch chemische Medien wie z.B. Treib-, Betriebsstoffen oder Streusalz standhalten. Aus diesem Grund kommt der beanspruchungsgerechten Auswahl der Werkstoffe und Kleber sowie der korrekten Vorbehandlung der Oberflächen eine entscheidende Bedeutung zu.

Am Standort Dortmund der SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH werden Klebeprüfungen zur Klebefähigkeit von Prozessmaterialien des automobilen Rohbaus z.B. gemäß Spezifikationen der Firma Daimler (u.a. PA PP PWT 3640, PA PP PWT 3650, PA PP PWT 3660, PA PP PWT 3662 und PA PP PWT 3663) durchgeführt. In diesem Zusammenhang ist das Labor durch die Firma Daimler für die Durchführung der Klebeprüfungen zugelassen. Im Rahmen der Freigabeprüfung zur Klebefähigkeit neu entwickelter Substrate, Öle und Hotmelts wird ein repräsentativer Querschnitt von Rohbau-Prozessmaterialien aus der Serienanwendung getestet.

Ablauf der Klebeprüfung an Rohbau-Verklebungen nach PA PP PWT 3663:

  • Herstellung und Entfettung der Prüfkörper aus dem jeweiligen Werkstoff (Stahl, Al beschichtet / unbeschichtet)
  • Definierte Beölung der Substrate, die zu verwendenden Öle werden vom OEM vorgegeben
  • Auftrag der Prozessmaterialien (Kleber) und spezfikationsgerechte Aushärtung im Umluftofen
  • KTL-Beschichtung in einer Dicke von 15-25 µm (Durchführung in der Produktion beim OEM)
  • Alterung eines Teils der geklebten und beschichteten Prüfkörper über 3000h Salzsprühnebel nach     DIN 50021
  • Mechanisch-technologische Prüfung von gealterten und ungealterten Mustern (Zugscherfestigkeit, T-Peel Test, Haftfestigkeit)
  • Beurteilung und Bewertung der Verklebung anhand des Bruchbildes (Kohäsiver- bzw. adhäsiver Anteil am Bruchbild)
  • Untersuchung auf korrosive Unterwanderung an gealterten Proben
  • Erstellung eines Freigabeberichts zur Vorlage beim OEM

Wir führen Prüfungen nach folgenden Standards im Rahmen unserer Akkreditierungen durch:
DIN EN 1465, PA PP PWT 3640, PA PP PWT 3659, PA PP PWT 3662, PA PP PWT 3663, VDA 230-213, PA PP PWT 3660


Zugscherprüfung


T-Peel-Prüfung


Haftfestigkeitsprüfung

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